Gerade schaute ich Fotos einer Küchenrenovation an, die ich vor 3 Jahren machte. Grund genug, dies mal auf diesen Heimwerkerblog zu stellen.

Denn ich finde: Man kann mit dem Ersetzen von häßlichem und gesundheitsschädlichem Preßspan durch gesundheitsförderndes Echtholz (gewachst oder besser geölt) sehr viel Schönes erreichen.

Daher hier eine kleine Vorher-Nachherschau zum Sich-selbst-ein-Bild-machen. Oben das Vorher. Und (ganz) unten das Nachher.

Im Hintergrund zu sehen: Die Preßspantüren, mit Plastik überzogen und 80er-Jahre- oder 60er-Jahre-Griffen (irgendsowas, jedenfalls häßlich).

Auch noch teilweise zu sehen: Der abgeschmackte alte Boden, der so häßlich aussieht, daß man grad aus der Küche weglaufen will.

Die Küchenoberfläche aus Stahl an einem Stück, sehr gut sauber-zu-halten und auch ästhetisch ok. Heutzutage ist zwar Induktion Mode, aber ich hab die Erfahrung gemacht, damit bei einem Induktionsherd nur alles anbrennt, wenn man nicht danebensteht und ständig umrührt und aufpaßt wie ein Luchs.

CIMG2077 langsam nimmt die renovierte Küche Form an

Hier im Bild eine altes Auszieh-Küchenelement. Preßspan mit Plastikschicht überzogen. CIMG1493 häßliche 70er-Jahr Küche bekommt Landhaus-Stil verpaßt...

CIMG2078 auch der neue PVC-Boden... Ich wollte die Küche eigendlich am Boden Kacheln, aber die Zeit

CIMG5958 CIMG5959 Zk. 1. Meter Holz mit einer 30 Jahre alten Säge vom Hausmeister durchgesägt. Zirka 1. Stunde war ich nur am Sägen...

Ein bißchen Improvisation muß man immer einbringen. Denn bei der Renovation einer alten Küche gibt es weder Anleitungen noch Bausätze.

CIMG5960 Die Eckleisten entstehen... Sie müssen mit einer Halterung versehen werden, um sie anzubringen.

Schmirgelpapier und Feile (u. a. zum Abschleifen und Runden der Kanten) dürfen nicht fehlen. Und natürlich auch nicht Leinöl oder ein anderes Öl. Denn Natur-Holz, das in der Küche eingesetzt werden soll, muß geölt werden, sonst wird es schnell unansehnlich. CIMG5961 Wohnung Urnäsch Remo arbeitet in Küche von Mieterwohnung

Die 6 Bilder, bei denen die Linse der Kamera sich nicht richtig öffnete, auf denen sieht man, wie aus einer alten Preßspanschublade frontseitig eine Echtholz-Küchenschublade entsteht.

Etwas Erfindungsgeist ist natürlich gefragt. Wobei es eigentlich kein Problem sein dürfte, darauf zu kommen, die alten im Preßspan steckenden Dübel einfach durch Winkelelemente aus dem Baumarkt zu ersetzen.

Man sieht das eh nur, wenn die Schublade offen ist und ich finde, es sieht auch ok aus.

CIMG2071 alt CIMG2072 CIMG2073 neue Schublade... Eine riesige Justierarbeit, denn alles muß außen gerade sein... CIMG2073

Der richtige Holzexperte vermeidet übrigens sogar geleimtes Holz. Aber in der Küche erschien mir das zu riskant. Denn es besteht die Restrisiko-Gefahr, daß das Holz siche verzieht (z. B. durch heißen Dampf eventuell). Auch wenn durch die Ölung kaum Feuchtigkeit eindringen kann.

CIMG2074

Aus alt, ungesund und häßlich wird neu, gesund und schön…
CIMG2076

Am Schluß sieht die Küche der 2-Zimmer-Wohnung dann so aus: Gemütlich.

Wer Landhausstil mag, der kann übrigens auch durch das Zusägen und Anleimen von Leisten im Landhausstil alles verzieren. CIMG5963 Wohnung Urnäsch Nun sind die Bodenleisten dran und auch die anspruchsvolle Eckleiste. Der hintere Raum in der Ecke ist zugänglich gemacht per Durchbruch .... - Kopie

Und zu guter letzt: Hier reisten die neuen Küchenelemente mit 4 Bahnen von Graubünden ins Appenzell.

In Graubünden mit der RhB (Rhätischen Bahn).

Ab Chur mit den SBB (Schweizerische Bundesbahnen).

Ab Uznach mit der SOB (Südostbahn).

Und am Schluß ab Herisau mit den AB (Appenzellerbahnen).

CIMG1409 Holztransport für Küche im Zug

Warum Preßspan so ein ungesundes Raumklima schafft, das weiß jeder, der mal auch nur einige Wochen ein Gästebettzeug in einem Schlafsofa aus Preßspan gelagert hat. Wenn man es rausholt, weil gerade Besuch da-ist, riecht der Bezug nicht mehr frisch gewaschen (obwohl er es ist). Sondern er “duftet” nach Preßspan.

Und wer dazu noch mehr Informationen möchte, der nehme sich abends entspannt einmal etwas Zeit, zum Beispiel beim Einschlafen und lausche diesem interessantem Gespräch mit einem Holzpionier. Bzw. keinem Pionier, er hat aber altes Wissen wiederbelebt, das fast ganz vergessen war und insofern eine alte Pionierleistung neu erbracht. 

Im Übrigen ist auch im Sinne des Umweltschutzes oft eine Sanierung einer alten Küche besser als eine neue reinzuklotzen. Denn Geräte wie Herd und Kühlschrank etc. kann man austauschen, sollten sie zuviel Energie verschlingen.

Wobei man nicht unbedingt immer gleich austauschen sollte wegen einer minimalen Energie-Einsparung, denn die Herstellung der Geräte ist auch enorm umweltbelastend. Und mal vom Umweltgedanken zum Geldgedanken: Eine Energieeinsparung von mickrigen 5 oder 10%, das lohnt sich nicht nur für die Umwelt nicht, sondern schadet. Sondern es dauert auch sehr sehr lange, bis die Investition sich finanziell amortisiert hat.