Wie viele Heimwerker habe auch ich zahlreiche Metermaße daheim.

Innert weniger Wochen gingen mir 2 Stück davon aus Holz kaputt, die ich allerdings auch stark belastet hatte.

Sie waren allerdings ausweislich der Werbeaufdrucke schon mindestens ein halbes Jahrhundert alt (3stellige Telefonnummern, wann gab es sowas zuletzt?)

Dennoch stellt sich hier die Frage: Plastik oder Holz?

Aufgrunddessen, daß ich sah wie alt das Holzmeter ist, ist es wohl kaum eine Frage der Qualität oder Haltbarkeit. Da dürften sich beide Varianten, Plastikmeter oder Holzmeter, kaum etwas geben.

Was für Kriterien gibt es also, die wirklich maßgeblich sind bei der Materialwahl?

Was sagt der Handwerker, der Profi?

Wer Handwerker fragt, der weiß, daß manche für Plastikmeter (oder wie sie hochdeutsch heißen “Zollstöcke aus Plastik”, der Helvetismus ist hier wie meistens kürzer) schwärmen.

Weil man bei manchen Metern sie ganz aufklappen kann ohne daß sie durchhängen.

Sondern ganz und gar gerade bleiben.

Dies zeigte mir abends in einer Beiz einmal ein Handwerker.

So entsteht beim sehr genauen messen keine Differenz von Millimetern, also keine Ungenauigkeit aufgrund von leichtem Biegen / Durchhängen.

Ob das allerdings bei einem 3 Meter langem Metermaß noch gewährleistet werden kann, erscheint eher fragwürdig.

Bildausriß: Ein deutscher Anbieter von 3m-Zollstöcken (Bindestrich-Rechtschreibfehler bearbeitet und fehlenden Bindestrich eingefügt...Quelle:

Bildausriß: Ein deutscher Anbieter von 3m-Zollstöcken (Bindestrich-Rechtschreibfehler bearbeitet und fehlenden Bindestrich eingefügt… Apropos: Wer einen Zollstock bedrucken lassen will, sollte vorher die Rechtschreibung genau prüfen, denn nach Druckfreigabe läßt es sich nicht mehr ändern.

Plastik zunehmend verpönt

Gegenwärtig sprießen Läden mit plastikfreier Ware (solche Läden, wo man selbst abfüllen kann, soviel man braucht und in eigene Gefäße oder Verpackungen tun kann) aus dem Boden.

Im Gegensatz zu den 70er-Jahren, wo Plastik groß in Mode kam, weiß man heute, wie Ausdünstungen von Plastik schaden können.

Allerdings auch nur in der Masse.

Mehr zum Tragen kommt dies bei Lebensmitteln. Wer Lebensmittel in Plastikverpackungen kauft, ißt Chemikalien, hormonell wirkende Stoffe und Substanzen und andere Dinge mit, von denen die meisten gar nicht wissen (oder wissen wollen), daß es sie gibt.

Bei einem Metermaß spielt das also weniger eine Rolle.

Es dürfte mehr mit weltanschauliger Ansicht zu tun haben, also damit, ob jemand Plastik mag oder nicht.

Holz ist beliebt

Wer also seine Kundschaft so einschätzt, daß viele Kunden mit einer ökologischen Haltung darunter sind, ist mit einem Holzmeter sicher besser bedient.

Bei manchen Branchen würde sich ein Werbegeschenk eines Zollstocks in Plastik sogar verbieten.

Zum Beispiel bei einer Schreinerei oder einem Holzbaubetrieb.

Aber sonst ist es eher Einstellungssache.

Bzw. man sollte sich überlegen, was der Kundenkreis ist.

Ein Ökobetrieb, der Plastikgeschenke macht, muß damit rechnen, daß sie weggeworfen werden. Das ist nicht Ziel von Werbegeschenken.

Wer also will, daß sein Werbegeschenk ein halbes Jahrhundert für ihn wirbt, also auch noch für die nachfolgende Generation, sofern er seine Firma einer nachfolgenden Generation übergeben will, fährt möglicherweise beim aktuellen Umwelt- und Ökohype mit Holz besser.

Profihandwerker wollen aber stabile Zollstöcke und legen großen Wert auf Meßgenauigkeit

Profihandwerker legen wie oben beschrieben jedoch mehr wert auf stabile Zollstöcke.

Und auch größere Meßgenauigkeit als es das Naturmaterial Holz hergeben kann.

Meßgenauigkeit ist im Bau bei vielen Arbeiten doch sehr wichtig.

Und ob solche kaum brechbaren Plastikzollstöcke nicht letztlich umweltfreundlicher sind, weil sie doch länger halten?

Das muß jeder für sich selbst ausrechnen und entscheiden, wo er seinen Maßstab ansetzt, wie es sprichwörtlich so schön heißt.

Oder seine Erfahrungen dazu mit der Zeit sammeln…