Wer eine neue Wasserinstallation verlegen will, hat bei Rohrleitungen die Qual der Wahl.

Heute gelten PE- bzw. PEX-Leitungen aus Polyethylen als modern.

Diese sind aus Plastik (Kunststoff) bzw. ein Verbundstoff aus Kunststoff und Metall, namentlich Aluminium).

Die Materialien für einschichtig-homogene Kunststoffrohre sind:

  • chloriertes Polyvinylchlorid (PVC-C).
  • vernetztes Polyethylen (PE-X
  •  Polypropylen (PP)
  •  Polybuten (PB)

Verbundrohre sind dagegen aus drei Schichten hergestellt: Plastik, Metall, Plastik.

Für die innere und äußere Schicht werden Polyethylen (PE-X), Polypropylen (PP), Polybuten (PB) sowie noch weitere Modifikationen des Polyethylens (PE-HD, PE-RT und PE-MDX) verwendet.

Die mittlere Schicht ist aus Aluminium. Hierdurch lassen sich die Wasserrohre gut biegen.

Gefährliche Zusatzstoffe

Die Kunststoffleitungen enthalten Weichmacher, Stabilisatoren, Farbstoffe und Gleitmittel im Rahmen des derzeit Zulässigen beigemischt.

Am 30. Dezember 2009 urteilte der Superior Court der Stadt Alameda nahe San Francisco, daß der Staat bei der ökologischen Beurteilung von PEX-Rohren hinsichtlich der toxikologischen Gefahren beim Transport von Trinkwasser in solchen Kunststoffrohren seiner Verantwortung nicht gerecht geworden sei und forderte eine erneute Prüfung.

Vernetzten PE-Rohrtypen weisen eine mehr oder weniger hohe Konzentration an 2-Methyl-2-propanol (tert-Butanol) auf, so eine Untersuchung aus Deutschland:

„Bis auf eine Ausnahme fanden sich in den Migraten der PE-X-Rohrtypen tert-Butylmethylether (MTBE) und/oder tert-Butylethylether (ETBE)“, sagt
Dr. Andreas Koch vom Hygiene-Institut Gelsenkirchen.

Dabei und auch beim 2-Methyl-2-propanol handle es sich wahrscheinlich um Reaktionsprodukte des als Initiator für die radikalische Polymerisation zugegebenen Di-tert-butylperoxids. In verschiedenen Prüfwässern von Verbundrohren fand Koch auch Toluol.

Koch untersuchte Kunststoffrohre unterschiedlicher Werkstofftypen, darunter zwei Rohre aus Polyvinylchlorid (PVC), sechs Verbundrohre mit einer Innenschicht aus vernetztem Polyethylen (PE-X) beziehungsweise Polyethylen (PE), drei PE-Xa- bzw. PE-Xc-, also unterschiedlich vernetzte PE-Rohre, und je ein Rohr aus Polybutylen (PB) und Polypropylen (PP).

Wassergeruch

“Untersuchungen von PEX-Rohren im Labor zeigten auch, daß sechs Marken die Maximal-Grenzwerte der “US Environmental Protection Agency” für Wassergeruch von Trinkwasser überschritten.

Daß PE- bzw. PEX-Rohre Geruch abgeben, diese Feststellung machte auch der bereits oben erwähnte Wissenschaftler Dr. Andreas Koch vom Hygiene-Institut Gelsenkirchen.

Und er stellte fest, daß warmes Wasser eher Stoffe abgibt und riecht. Grund ist anscheinend, daß die Wärme Stoffe lösen, Zitat:

“Die gemessenen Konzentrationen waren im warmen Wasser häufig um den Faktor zehn größer. Die erhöhte Temperatur sorgt vermutlich dafür, daß sehr leichtflüchtige Verbindungen wie 2-Propanon während der Stagnationsphase verlorengehen.”

Siehe dazu den Untersuchungsbericht 

Fazit Wasserrohrvergleich

Wer immunschädlichen Chemikalien und Stoffe, die kaum einzuschätzen sind, in den Wasserleitungen haben will und auf PE-Leitungen bzw. PEX-Leitungen setzen will, sollte wenn, dann PE-Xc-Rohre verbauen.

Warum das so ist, lesen Sie hier.

Was nicht heißt, daß nicht auch PE-Xc-Kunststoffrohre gänzlich ohne schädliche Stoffe sind.

Wer gar keine Kunststoffe, die immer irgendwelche Substanzen abgeben, z. B. weil sie ja Weichmacher enthalten müssen, damit man die Wasserverbundrohre gut biegen kann,  nicht haben will, muß auf Metallrohre setzen.

Doch Kupferrohre sind auch nicht ohne. Und auch auf Nickel sollte man verzichten.

Edelstahlrohre sind gemäß jüngsten Untersuchungen von allen metallischen Rohrmaterialien der geeignetste Werkstoff.

Warum das so ist?

Hierzu erfolgt in Kürze ein weiterer Beitrag, welcher die verschiedenen Metallwasserrohr-Arten behandelt.

Weiterführendes

Eine Abhandlung zum Thema Gesundheit und PEX-Rohre gibt es auch bei der Europäischen Gesellschaft für gesundes Bauen und Innenraumhygiene: http://www.eggbi.eu/forschung-und-lehre/zudiesemthema/gesundheitsvertraegliche-trinkwasserleitungen/