Kaputtes reparieren oder neu kaufen?
Nicht immer ist neu-kaufen die beste Lösung.
In punkto Umweltbewußtsein und Freude am selber-machen ist sie es sowieso nicht.
Und für das Geldkonto ebenfalls nicht.
Und das Lebenszeitkonto ist es schöner, die Zeit genutzt zu haben, etwas zu reparieren als es eingekauft zu haben.
Ein Beispiel:
Mein Lieblingsbesen ging neulich kaputt, nachdem ich eine Überschwemmung infolge eines kaputten Boilers wegewischt hatte.
Wasser dehnt Holz bekanntermaßen aus.
Und prompt lösten sich die Schrauben mit denen er zusammengeschraubt war.

Die Schrauben, vermutlich nicht Original, sondern bereits eine Reparatur, waren Schlitzschrauben, siehe Foto oben (links im Bild, das rechts ist natürlich eine moderne Schraube):
Kleine Schraubenkunde
Vorweg eine kleine Schraubenkunden: Schlitzschrauben werden von Handwerkern und Heimwerkern gleichermaßen gehaßt und schon lange nicht mehr eingesetzt, denn man rutscht man dem Schraubenzieher schnell ab, braucht viel mehr Kraft und Drehmoment und Konzentration und hatdarüberhinaus beim Verschrauben eine mangelhafte Zentrierbarkeit / Fixierbarkeit weil man nicht mittig in alle Richtungen fixieren kann ohne seitlich rechts und links oder oben und unten abzuruschten. Durch die Gefahr des Abrutschens erhöht sich natürlich auch die Verletzungsgefahr. Jeder Heimwerker, der mal mit Druck eine Schlitzschraube in Holz oder sonstwas drehen wollte und dem dann der Schraubenzieher abgerutsch ist, weiß, wieviel Aua das geben kann.
Den Schlitzschrauben folgten die Kreuzschrauben, danach kamen die heute übligen Sechsrund-Schrauben (auch Torx).
Erfindung der Kreuzschlitzschraube: Wenn man bedenkt, daß bereits in den 1930er-Jahren des letzten Jahrhunderts Kreuzschrauben erfunden wurden, so ist der Besen wohl ein bißchen älter.
Alt ist nicht immer schlecht
Alte Sachen sind nicht immer schlecht. Denn oft war frühere Qualität keine Wegwerfware sondern man behielt die Sachen ein lebenlang, die Lebensdauer war nicht auf ständigen Neukonsum und absichtliches Kaputtgehen (geplante Obsoleszenz) ausgelegt.
Und um zum Beispiel des Besens zurückzukommen: Er fegt trotzdem, also trotz seines Alters, besser als alle modernen, industriell gefertigten Besen. So wurde er schließlich auch zu meinem Lieblingsbesen. Noch ein Grund also, ihn zu reparieren anstatt fortzuwerfen.
Zudem mußte dringend gefegt werden wie man auf den Foto sehen kann, denn ich hatte einige Holzarbeiten gemacht.

Um nun den Besen zu reparieren bei dem die alten Schlitzschrauben rausgebrochen sind nachdem er naß geworden war und das Holz sich gedehnt hatte, kann man ganz einfach größere Schrauben nachdrehen.
Zudem habe ich noch auf der gegenüberliegenden Seite zwei Löcher gebohrt und zwei zusätzliche Schrauben reingedreht. Nun dürfte der Besen wohl noch weitere 100 Jahre halten hoffe ich.

Wer alte Schrauben nicht wegschmeißt, sondern sammelt, hat stets die passenden Schrauben zur Hand. Hier ein Kästchen von zirka 100 verschiedenen Kästchen. Das Kästchen mit kurzen, kleinen Kreuzschlitzschrauben.
Reparieren oder gebraucht kaufen ist oft eine gute Alternative
Beim Besen hab ich nicht nur den Kauf eines neuen Besens gespart, der zwar nicht viel gekostet hätte, aber ich habe auch die Zeit gespart und die Fahrkosten, in einem Baumarkt zu fahren und einen zu kaufen. Abgesehen von der Freude, etwas repariert zu haben.
Wenn sich etwas wirklich nicht mehr reparieren läßt, ist auch der Kauf einer Occassion eine gute Sache.
Wer immer neu kauft hat oft schlechtere Qualität (nicht immer, siehe Beispiel oben mit den Schrauben, diese würde ich keineswegs gebraucht kaufen und auf Schlitzschrauben zurückgreifen, außer natürlich bei der Restaurierung von antiken Möbeln wo es stilecht sein soll).
Darüber hinaus belastet er die Umwelt. Denn was nicht berücksichtigt wird beim ständigen Neu-kaufen sind die Umweltbelastungen bei der Herstellung.
Wer also sein altes Auto gegen ein Elektroauto tauscht oder den alten Kühlschrank gegen einen, der weniger Strom verbraucht, muß nicht zwangsläufig der Umwelt etwas Gutes tun. Dem Portemonaie tut er es in den meisten Fällen nicht. Denn bis, um beim Beispiel Kühlschrank zu bleiben, der neue Kühlschrank die Stromersparnis des teuren Kaufpreises reingeholt hat, hätte man in vielen Fällen genauso den alten weiterlaufen lassen können.
Das ständige Neukaufen schadet also nicht nur dem Portemonaie sondern auch der Umwelt.
Wer als Heimwerker Maschinen braucht, tut gut daran, sich einmal im Occassionshandel umzusehen. Im Occasions-Maschinenhandel gibt es oft gute Angebote.

Occassionsanbieter haben bei Maschinen oft gute Angebote und ein breites Sortiment (Bildschirmfotoausriß: www.kloesters-maschinen.de)








