Ein Wärmepumpen-Boiler ist ein Boiler mit eingebauter Wärmepumpe. Kann man Wärmepumpenboiler für die Entfeuchtung nutzen?

Die Energieberatung Winterthur schreibt dazu:

„Elektroboiler gehören zu den größten Stromfressern im Haushalt, deshalb sind sie in Neubauten verboten. In bestehenden Gebäuden empfiehlt sich der Ersatz durch einen Wärmepumpen-Boiler, wo Solarkollektoren für die Wassererwärmung nicht möglich sind. Mit dem Einbau eines Wärmepumpen-Boilers wie auch dem Anschluß des vorhandenen Boilers an eine bestehende Wärmepumpe (Heizung) kann der Stromverbrauch um zwei Drittel gesenkt werden. Dabei ist zu beachten, daß der Wärmepumpen-Boiler in einem unbeheizten Raum installiert werden muß, weil er der Umgebungsluft Wärme und Feuchtigkeit entzieht.“

Das klingt interessant für feuchte Keller.
„Peter Wärmepumpen“ führt dazu aus: „Es ist jedoch durchaus möglich, daß die Raumentfeuchtung mit dem Wärmepumpenboiler bei stark betroffenen feuchten Räumen, zum Beispiel im Keller oder in der Waschküche nicht ausreichend ist. Hier sind allenfalls weitere Entfeuchtungsmassnahmen wie ein Wäschetrockner oder ein leistungsfähiges Entfeuchtungsgerät notwendig.“

Die Fachvereinigung Wärmepumpen schreibt dazu:

„Mit einem Wärmepumpen-Boiler wird die Luft der Umgebung entfeuchtet. Dies ist vor allem in Waschküchen oder Trocknungsräumen von Vorteil. Dadurch trocknet die Wäsche schneller und die Luftfeuchtigkeit kann sich weniger in den Wänden niederschlagen.“

Dauerfeucht

Bei dauerfeuchten Kellern, wenn also zum Beispiel in einer Hanglage Feuchtigkeit in der bergseitigen Wand nachdrückt und in die Wände nachkommt, gibt es wahrscheinlich mit der Zeit hübsche Kristallausscheidungen an der Wand. Ein Wärmepumpenboiler ist also allein hierfür nicht die Lösung.

Wärmepumpenboiler im Weinkeller?

In Weinkellern werden oft Klimageräte eingesetzt. Kann ein Wärmepumpenboiler diese ersetzen?

Die perfekte Temperatur liegt je nach Weinsorte bei 10 – 12 Grad Celsius und eine entsprechende Luftfeuchtigkeit von 50%-75% oder nach anderen Darstellungen 60 bis 70%.

Wer einen Wärmepumpenboiler im Weinkeller nutzen möchte, der muß gegebenenfalls aufpassen. Denn eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kann Schimmel und Fäulnis hervorrufen. Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann die Korken austrocknen lassen und der Wein kann oxidieren.

Wie kalt darf der Keller sein?

Die Fachvereinigung Wärmepumpen schreibt dazu:

„Der Wärmepumpen-Boiler kann bei Umgebungstemperaturen zwischen 8 bis 30 °C eingesetzt werden. Für tiefere Umgebungstemperaturen benötigt er eine Abtaueinrichtung.“

Wohin mit dem Kondenswasser?

Das Wasser abzuführen kann so eine Sache sein. Entweder gibt es die Möglichkeit, es irgendwo abfließen zu lassen (Abfluß) oder es muß eine Leitung gelegt werden oder das Wasser muß in einem Behälter gesammelt werden und regelmäßig geleert werden.

Nachteile Kellertrocknung mit Wärmepumpenboiler

Wer seinen Keller mit einem Wärmepumpenboiler entfeuchten will muß die Zu-und Abluftschläuche entfernen oder in den entsprechenden Innenraum verlegen.

So entziehst man dann allerdings dem Keller Wärme. Wärme, die die Wärmepumpe nicht nutzen kann und die man somit „nachheizen“ muß um eine effiziente Kellertrocknung zu haben.

Das wiederum heißt, daß im Endeffekt der Wärempumpenboiler das Warmwasser zu großen Teilen mit der Heizung erwärmt und somit die Kellertrocknung Heizkosten verursacht die sofern man nicht gerade mit einem Holzofen heizt und das Holz im Wald holt, dafür bares Geld bezahlt.

Verlegt man die Ansaugluft nach drinnen so erzeugt man einen Unterdruck im Gebäude, was mehrere negative Effekte nach sich ziehen kann.